Montag, 11. Januar 2016

Berufsbilder und Definitionsproblematik



E-Trainer, Online Trainer, E-Learning Experte, Online Teacher, Teletutor – solche und noch mehr Bezeichnungen gibt es derzeit.
Doch was bedeutet nun was?

Absolviert der E-Trainer eine ähnliche/gleiche Aus-/Weiterbildung wie der Online Trainer?
Besitzt der E-Learning Experte die gleichen Kenntnisse, wie der Teletutor?

Nicht nur für Fachleute, sondern insbesondere für Kunden und Endverbraucher wäre es wichtig, wenn hier endlich Klarheit geschaffen werden würde.

E-Learning verbreitet und etabliert sich immer mehr. In vielen Fachartikeln und –zeitschriften ist zu lesen, dass sich das Weiterbildungsbudget von Unternehmen immer mehr in den E-Learning Markt verschiebt.

Doch im Gegensatz zum Präsenzmarkt herrscht hier noch viel Uneinigkeit und Definitionsbedarf bei grundlegenden Begriffen und Definitionen. Im Moment existieren noch keinerlei faktisch formulierte Berufsbilder.

Uns so boomt der E-Learning-Markt zwar – doch mit ihm auch die Begriffsvielfalt.

Ein Beispiel?
Sprechen Sie mit einem beliebigen Gegenüber doch mal über E-Learning. Allein dabei werden Sie spätestens nach dem vierten bis fünften Satz feststellen, dass Sie vermutlich einen anderen Ablauf zu E-Learning im Kopf haben, als Ihr Gegenüber.

Ein weiteres Beispiel?
Was genau ist denn ein E-Trainer? Und was ist der Unterschied zu einem Online Trainer? Oder zu einem „Live Online Trainer“? Oder gar zu einem Online Teacher?
Gibt es (einen) Unterschied(e) – oder entsprechen sich diese Begriffe? Oder kommt es wieder auch mit darauf an, wer die Begriffe verwendet?

Bei Begriffen, wie Trainer (also einem Präsenztrainer) wissen die meisten Personen was gemeint ist. Dieser Markt ist allerdings auch über Jahre historisch gewachsen. Doch werfen Sie mal einen Blick in die Weiterbildungskonzepte zum Trainer – Sie werden bei den meisten Angeboten ähnliche bis gleiche Inhalte finden.

Ähnlich entwickelt sich der Begriff des Coach. Auch wenn es in Deutschland, im Gegensatz zu Nachbarländern, noch kein gesetzlich formuliertes Berufsbild gibt, versucht die Coachingbranche doch auch hier Übersicht und Einheitlichkeit herzustellen. Auch bei diesen Angeboten finden Sie immer mehr ähnliche bis gleiche Grundvoraussetzungen, Umfänge und Lernziele.

Und im E-Learning?

Hier gibt es immer wieder Überlegungen? Von Einzelnen, von Gruppierungen, von Interessierten…

Wer wäre denn gefragt hier mal in die „Offensive“ zu gehen?

Die Ausbilder von E-Trainer/Online Teachern? Weiterbildungseinrichtungen? Berufsverbände? E-Learning Vereine?
Oder gar der Kunde?

Klar ist, dass solch eine Grundsatzarbeit meist mit viel Aufwand verbunden ist.
Die Konsequenzen sind auch nicht unheikel – denn müssten dann z. B. alle „falschen“ Begriffe und Definitionen umgewandelt werden? Und wer bestimmt was dann „richtig“ ist und was nicht?

Meine Vermutung: dies ist der Grund warum trotz Vergrößerung des E-Learning-Marktes hier (fast) Nichts passiert.

Bleibt also nur abzuwarten und sich umzusehen?!
Ende Januar trifft sich die Branche wieder auf der Learntec in Karlsruhe – mal sehen, vielleicht werde ich ja überrascht …

Oder wie sehen Sie das?

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche – und ins Neue Jahr 2016.

Herzliche Grüße
Anja Röck

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