Montag, 9. November 2015

Wie unprofessionelle E-Trainer es der Branche schwer machen ...



10.05 Uhr, Freitagmorgen – mein Telefon klingelt. Eine genervte Kundin ruft an: „Frau Röck, haben Sie kurz Zeit für einen Eindruck zu einem echt schlechten Webinar, welches ich gerade erlebt habe?“

Aber klar doch…
Was war denn passiert?




Es sollte eine Online Schulung stattfinden. Die Kundin hatte sich zu einer Software Schulung angemeldet.
Schon bei der Online Anmeldung gab es Probleme – die Bestätigung zur Anmeldung kam nicht, auf Rückfrage ihrerseits fand der Anbieter die Anmeldung nicht, dann noch ein kurzfristiges Anmelden und die Zugangsdaten wurden dann verschickt.

Bereits am Abend zuvor hatte mich die Kundin angerufen – ob wohl ihr Headset funktionieren würde? Keine Ahnung, was denn der Technik-Check (dazu müsste es eigentlich einen Link in der Einladung geben) erbracht hätte? So war meine Frage…
Da sei kein Technik-Check gewesen …

Na gut, dann halt so – sie beschloss sich einfach ins Getümmel zu stürzen.
Im virtuellen Raum angekommen war sie dann doch – doch leider ging nur das Hören, aber nicht das Sprechen.
Geübt von meinen Webinaren schrieb sie eine Rückmeldung in den Textchat, dass ihr Audio nicht funktionierte und sie leider nicht sprechen könne.
Und?
Brachte damit den Trainer gleich ins Stolpern…
Eine Textchatnachricht?! Sowas?!
Wo er den doch gar nicht erklärt hatte … und dann auch noch mit einer Rückmeldung, dass etwas nicht funktioniert…

Und dann?
Die Reaktion des Trainers: Sie solle versuchen das Problem zu lösen!
Auch gut :-/
Die Kundin beschloss einfach zuzuhören, und sich ggf. eben über den Chat mit Fragen zu melden.

Das Audio war allerdings insgesamt wohl schwierig, da die Teilnehmer – die Mikros einmal offen – diese nicht wieder stumm schalteten…
Ich konnte es mir bei ihren Beschreibungen lebhaft vorstellen… alle Hintergrundgeräusche und dann ein Niesen, dass einem fast das Ohr wegfliegt…

Zwischendrin beschloss der Trainer nun doch wohl, dass die Teilnehmer mal einbezogen werden sollten… und stellte auf einmal eine Frage!
Und dann?
Nichts!
Stille…

Also gut, dann eben weiter…
Auf eine Einzelrückfrage, wo denn ein bestimmtes Dokument zu finden sei, verfiel der Trainer wohl plötzlich – völlig abweichend von der Agenda – in eine Einzel-Supportbetreuung… Das Augenrollen meiner Kundin beschrieb sie lebhaft am Telefon.

Dass auf die Schluss-Frage: „Haben Sie noch Fragen?“ nicht viel kam ist aus meiner Sicht verständlich.
Dass die Rückfrage der Kundin im Textchat dann aber auch noch übersehen und nicht beantwortet wurde, nicht!

Die letzte Meldung – dank offenem Audio – welche die Kundin von einem weiteren Mitteilnehmer noch hören konnte, war: „Wie gut, dass wir dafür nicht extra hingefahren sind!“

Das Resümee meiner Kundin: „Dieses Webinar war ein Sch…! Und dafür habe ich auch noch Geld bezahlt! Und dabei weiß ich dass es auch anders und viel besser geht!“

Meine Empfehlung an die Kundin: Rufen Sie den Trainer/Anbieter an und geben Sie ihm diese Rückmeldung. Am besten gleich und frisch.

10:13 Uhr – mein Resümee:
  • Nicht überall wo E-Trainer drauf steht, ist auch einer drin.
  • Professionelle E-Trainer haben noch einiges zu tun.
  • Webinare sollten lieber erst dann angeboten werden, wenn der E-Trainer dies auch leisten kann.
Bleibt zu hoffen, dass sich dieser E-Trainer/Anbieter nun Zeit nimmt für die Kundin und ihr Anliegen ernst. Etwas Eigenreflexion wäre vermutlich auch hilfreich...

Und damit zurück zum Alltag…


Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Anja Röck

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