Montag, 25. April 2016

Homeoffice-Arbeit ist produktiver - Nähkästchengeplauder

Dies war zu lesen unter der Überschrift des Short Cuts der managerSeminare (Heft 215, Februar 2016) beschreiben. Dort steht "Mitarbeiter im Homeoffice [sind] im Schnitt neun Prozent produktiver als ihre Kollegen im Büro."

Auch viele E-Trainer arbeiten im Homeoffice - was bedeutet dies nun?

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Keine Kontrolle, jede Menge mögliche Ablenkungen, "lockende" Haushaltsaktivitäten und vieles mehr ... Ist nicht gerade die "Nicht-Beaufsichtigung" der arbeitenden Person oft immer noch das Hauptargument vieler Führungskräfte gegen das Arbeiten-Zuhause?

Und tatsächlich - im Homeoffice zu arbeiten muss man nach meiner Erfahrung lernen. Als Hausfrau und Mutter viel es mir besonders schwer an der Bügelwäsche vorbei zu schauen, den Einkaufzettel bis nach Feierabend zu verschieben und die piepsende Waschmaschine aus den Tiefen des Hauses  mitten in einer Online-Sitzung zu ignorieren.

Ganz wichtig: Das Homeoffice sollte tatsächlich einen festen Platz haben. Bestenfalls einen separaten Raum, der als Arbeitsraum eingerichtet ist. Gerade wenn man noch ungeübt ist, dann sind die Verlockungen im Umfeld wesentlich höher, wenn man am Esszimmertisch mit dem Laptop sitzt.

Doch wenn alles erstmal in Routine übergegangen ist - nämlich dann zu arbeiten, wenn man dies mit sich vereinbart hat ... dann ist es nach meiner Erfahrung tatsächlich auch wesentlich intensiver und auch produktiver.


Doch woran liegt es, dass das Homeoffice produktiver ist?
Hier dazu ein paar meiner Erfahrungen:
  • Da nicht im Detail bekannt ist, wann ich am Schreibtisch sitze, klingelt mein Telefon weniger oft. Kunden und Kollegen schicken meist vorher eine Mail zur Terminabsprache. Damit reduzieren sich laufende Unterbrechungen.
  • Auch der "zwischen-Tür-und-Angel-Schwatz" fällt weg. Im Homeoffice gibt es keine Kollegen/innen die kurz vorbei kommen um etwas zu besprechen.
  • Meine Kaffeepause am Vormittag beschränkt sich meist darauf kurz eine Toilettenpause einzulegen und dann den Kaffee und die Banane bereits während ich weiter arbeite zu mir zu nehmen.
Gibt es auch Nachteile des Homeoffice - aus Sicht der arbeitenden Person?
Ja, ganz sicher - und ich meine nicht die oben erwähnten Überprüfungen von "arbeitet sie oder arbeitet sie nicht?"
  • Oft sitze ich so intensiv an z. B. einer Webinarausarbeitung, dass ich die Zeit vergesse. Ist nicht geplant, dass das Mittagessen zu einer bestimmten Zeit auf dem Tisch steht - dann mache ich auch mal "durch".
  • An solchen Tagen merke ich dann deutlich die intensive Computerarbeit und das viele Sitzen ... einer der Gründe, warum wir seit Januar einen Welpen haben, der dann seine Bedürfnisse anmeldet ;-))
  • Der Austausch mit Kollegen bringt gerade in der Projekt- oder Produktentwicklung viel wenn es um andere Sichtweisen geht. Man selbst steckt fest und würde dann eine Außenperspektive benötigen .... doch im Homeoffice ist keiner da, denn man mal "kurz" dazu befragen könnte. Diesen Austausch bewusst zu suchen, zu initiieren und zu pflegen ist eine Herausforderung, gerade dann, wenn man viel von zu Hause aus arbeitet.
  • Überhaupt der regelmäßige Kontakt muss viel gezielter gesucht werden - egal ob zu Kollegen/innen oder Kunden. Denn beim Homeoffice kommt meist keiner "einfach so" vorbei.
Mein Resümee:
Dass die Homeoffice Arbeit produktiver ist kann ich gut nachvollziehen und auch aus vielfältiger eigener Erfahrung bestätigen.
Ich arbeite gerne von zu Hause aus. Gerade, wenn ich intensiv in Neuentwicklungen von Inhalten drin bin, oder Online Schulungen abhalte. Dies kann ich hier konzentrierter.

Anderseits würde ich mich oft mehr Austausch mit Kollegen/innen und meinen Kunden wünschen. Vielleicht sollte es dazu so etwas wie regelmäßige Austauschtermine geben *grübel - muss ich mal drüber nachdenken*.

Nun wünsche ich Ihnen einen guten Wochenstart - trotz dem Wintereinbruch draußen. Mein Welpe benötigt auch eine Aus(sen)zeit ...

Herzliche Grüße
Anja Röck

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