Montag, 21. November 2016

M.A. E-Training - welche Zertifikate brauchen wir tatsächlich?

Einen M.A. E-Training konnte ich noch nicht im Netz finden, doch den M.A. E-Learning gibt es tatsächlich - googeln Sie mal ...

Aber wie viel Zertifikat und Titel braucht es wirklich um auf dem heutigen Markt "bestehen" zu können?

Sind Abschlüsse mit "Brief & Siegel" mehr wert, oder hemmen sie eher das Vorankommen?


"Nicht ohne Siegel"

So lautete die Überschrift eines Artikels vom 24.11.2011 im Wirtschaftsbereich des Tagesspiegels (vgl. Link). Im Artikel wird ausgeführt, dass es selten einheitliche Abschlüsse bei Weiterbildungen gibt, und dass so manches Zertifikat/Siegel/Urkunde sehr genau angeschaut werden sollte ob seines tatsächlichen (Gegen)Wertes.

Doch gerade in Deutschland - und das habe ich selbst auch immer wieder festgestellt - sind solche Zertifikate noch immer sehr wichtig. Was ist die Weiterbildung wert, die man absolviert hat? Hat sich der zeitliche und finanzielle Einsatz gelohnt?
Selbst wenn man dies für sich selbst und den Wissenszugewinn bejahen kann, dann heißt dies noch lange nicht, dass es auch vom jeweiligen Gegenüber aktzeptiert wird.

Hat man (endlich) ein Zertifikat, dann kommt es zusätzlich drauf an, wer dieses ausgestellt hat. Ist der Weiterbildner bekannt, akzeptiert auf dem Markt, ggf. sogar tonangebend?

Hat man kein Zertifikat, dann schlummert oft die Frage im Hinterkopf - ob da überhaupt was wesentliches vermittelt wurde.
Dies war so auch in der managerseminare vom November 2016 zu lesen: "Der Mensch von heute macht sich auf die Suche nach einem Beruf, der bestmöglich zu ihm passt. Doch leider prallt er dabei auf das enge Korsett der Ausbildungs- und Berufslandschaft. Gerade in Deutschland muss jede (berufliche) Qualifikation genau geprüft, zertifiziert und dokumentiert werden. sonst fällt sie leicht unter Hörensagen" (S. 82 managerseminare, Heft 224, November 2016)

Doch was ist nun mit Zertifikaten auf einem Markt für welchen es keine verbindlichen "Grundlagen" gibt?

No-Name-Zertifikate

Genauso wie in der Coaching-Szene ist auch der E-Learning Markt nicht einheitlich verbindlich reglementiert. Es gibt keine Berufsbilder, überwiegend noch nicht einmal allgemeine (wenn auch nicht gültige) Rahmenlinien in welchen formuliert ist, was ein E-Trainer können und wie er ausgebildet sein sollte. (vgl. auch Artikel hier "Berufsbilder und Definitionsproblematik" vom 11.01.2016).

Wie gesagt, meine eigene Erfahrung bestätigt diese Schwierigkeit der Akzeptanz. Als zertifizierte E-Trainerin und Teletutorin, sowie ausgebildeter Coach traf ich auf Gegenüber die dies so erstmal hinnahmen und sich dann im Gespräch oder ersten Aufträgen selbst ein Bild von mir, meiner Arbeit und meinen Kenntnissen und Kompetenzen machten.
Aber ich traf auch auf solche, die erstmal die Reputation der Ausbildungen, die ich absolviert hatte in einen sehr genauen Augenschein nahmen ... und da war es dann mal dieses und jenes was hinterfragt wurde.

  • Doch geht es wirklich allein darum? Kommt es wirklich darauf an, wie angesehen (!) (m)ein Weiterbildungsinstitut war, an welchem ich Kurse absolviert habe?
  • Oder darauf, wie teuer meine Weiterbildungen waren?
  • Oder vielleicht darauf, wie viele Teilnehmer dort schon ausgebildet wurden?
  • Oder möglicherweise auch darauf, wie viele Seiten in den Unterlagen, unter der Zahl X von Überschriften abgehandelt wurden?

Und wie steht es mit den Erfahrungen und Erkenntnissen, die ich aus Verknüpfungen von einzelnen Weiterbildungen(sthemen) - "allein + einsam" zu Hause - für mich entwickeln konnte? Immerhin steht das ja dann nirgends schriftlich!
"Was nicht offiziell in Zeugnissen steht, wird leicht als nicht existent verbucht. Unternehmen bringen sich durch diesen Tunnelblick um vielversprechende Bewerberm die leider das Pech haben, das Wissen ur in ihrem Kopf zu haben und nicht ebenso auf dem Papier." (S. 82 managerseminare, Heft 224, November 2016)

Und was lernen wir nun daraus?
Ich für mich selbst habe nach verschiedenen (grenzwertigen + negativen) Erfahrungen entschieden den M.A. Personalentwicklung zu absolvieren. Dieser Titel hat viele Türen geöffnet (mehr als mein Titel des Dipl. Chem. Ing. (FH)).
Und doch - ich finde es sollte immer die Zeit da sein sich ein möglichst genaues Bild eines Bewerbers zu machen - gleichgültig ob es dabei um eine Stelle oder die Vergabe eines Beratervertrages geht.

Komptenten und Kenntnisse lassen sich nicht durch Zertifikate abbilden!

Dessen sollten wir uns immer bewusst sein. Und es wäre sehr schade, wenn "vielversprechende Bewerber systematisch übersehen werden [würden]". (S. 82 managerseminare, Heft 224, November 2016)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen in dieser Woche einen guten Blick-dahinter ...

Herzliche Grüße
Anja Röck


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