Montag, 7. November 2016

Emotionen im Lernprozess - negative Emotionen

Sind Emotionen im Lernprozess gut oder schlecht?

Hilfreich oder hemmend?
Förderlich oder negativ polarisierend?

Sollten Emotionen bewusst genutzt werden oder sollte der Lern-Prozess besser "neutralisiert" werden?


Gute & schlechte Emotionen

Gibt es das überhaupt? Sind Emotionen nicht auch davon abhängig, wie die davon betroffenen Personen diese empfinden?

Überlegen wir doch einmal bezogen auf den Lernprozess - was meinen Sie ...

Was sind schlechte, negative Emotionen im Lernprozess?

Die Antworten die ich hier von anderen E-Trainern erhalte lauten: Frust, Angst, Sorge, Wut, Aggression, ...

Sehen wir davon ab, dass die Begriffe nicht unbedingt tatsächlich eine Emotion wiedergeben - ist uns doch klar worum es geht.

Es "knarrt" im Lernprozess, es geht nicht voran. Der Lernende stößt auf Widerstände, Hürden, eine Prüfung klappt nicht, Inhalte wurden nicht verstanden und es stockt ...
Unzufriedenheit macht sich breit...

Und vielleicht kommt es zur Explosion - der Teilnehmer reagiert ...
Ist das nun schlecht? Negativ? Sollte nicht vorkommen?

Vermutlich hat es niemand gerne mit einer frustrierten, wütenden Person konfrontiert zu sein.
Doch ist eine solche Emotion im Lernprozess tatsächlich und auf jeden Fall negativ?
Hemmend für den Lernprozess?

Hier kann es helfen zu unterscheiden worum es denn genau geht.

Worauf genau ist der Teilnehmer wütend? 
  • Auf sein/ihr-Nicht-Verstehen? 
  • Auf sein/ihr-Versagen? 
  • Oder darauf, dass der Unterricht nicht optimal strukturiert ist/abläuft o.ä.?
Jeder wird gerne gelobt, hat gerne Erfolg - und doch, wenn wir ehrlich sind, dann sind es oft die Projekt, die nicht ganz optimal gelaufen sind, die uns helfen uns zu entwickeln.

Schauen wir uns dazu die obigen Fragen noch einmal an:
  • Auf sein/ihr-Nicht-Verstehen? => geht es dann hier um Überforderung, oder darum, dass andere Lehr-/Lernmethoden weiterhelfen können?!
  • Auf sein/ihr-Versagen? => geht es dann um Prüfungsängste, ein Nicht-Verstehen des Stoffes, darum eigenen oder fremend Ansprüchen nicht gerecht zu werden, oder ...?!
  • Oder darauf, dass der Unterricht nicht optimal strukturiert ist/abläuft o.ä.? => geht es dann um Gruppengrößen, das Curriculum, Lern-/Pausenzeiten, oder ...?!

Negative Emotionen im Lernprozess können hilfreich sein!

Auch wenn es unbenommen bleibt, dass es überwiegend unangenehm ist mit negativen Emotionen konfrontiert ist ... können solche doch nach meiner Erfahrung hilfreich im Lernprozess sein.

Warum?
Negative Emotionen machen auf Punkte aufmerksam, die sich auf jeden Fall der Trainer, vielleicht sogar die ganze Lerngruppe näher anschauen sollte.
Spannende Dinge kamen so schon ans Licht, Unklarheiten konnten bereinigt, Missverständnisse geklärt werden ...



Was wichtig ist für (E)-Trainer im Umgang mit negativen Emotionen?
Als Profi/Lehrender die Bereitschaft hinzuschauen.
Als Mensch (im Trainer) die Offenheit, dass negative Emotionen nicht unbedingt eine Ablehnung gegenüber mir als Mensch bedeuten - und negative Emotionen nicht automatisch negative Auswirkungen haben müssen.

Manchmal - ich gebe es zu - ist das leichter gesagt/geschrieben als getan.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Anja Röck

PS.: Nächste Woche schauen wir uns die positiven Emotionen mal genauer im Lernprozess an ...

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