Montag, 11. Mai 2015

Coachingwissen für E-Trainer

Sinnvolle Kompetenz-Ergängung oder zuviel des Guten?!

E-Trainer benötigen viele Kenntnisse und Kompetenzen. Neben technischem Know How und E-Didaktik auch Grundlagen zum Umgang mit Lernern in virtuellen Umgebungen.

Jetzt auch noch Coaching-Wissen? Warum sollte dies nötig sein?

Dieses Thema habe ich in der vergangen Woche mit zwei Gruppen von E-Trainerinnen und E-Trainer besprochen.
Dabei wurde u. a. nachgefragt:
  • Wie viel eigenes Coaching-Wissen die E-Trainer haben und
  • ob E-Trainer überhaupt Coaching-Kenntnisse benötigen.
Die Rückmeldungen waren sehr spannend

Von insgesamt 18 Personen, hatten:
  • 2 Personen keine Coaching-Vorkenntnisse
  • 8 Personen sich ein bisschen in Coaching-Techniken eingelesen
  • 4 Personen sich schon intensiv mit  Coaching-Techniken beschäftigt und
  • 4 Personen dabei, die sich als Coach bezeichnen.

Beim Austausch darüber, ob E-Trainer nun Coachingkenntnisse benötigen oder nicht, wurde folgendermaßen in der einen Gruppe abgestimmt:


Das Ergebnis in der zweiten Gruppe war ähnlich.

Mit der wichtigste Punkt ist ja - welche Perspektive des Coachs ist gegebenenfalls für E-Trainer so interessant, dass diese sich doch damit auseinander setzen sollten?

Die Perspektive des Coachs

Wichtig für den Coach ist u. a., dass er:
  • begleitet, aber nicht vorgibt,
  • genau zuhört, aber möglichst wenig bis gar nicht das Gehörte interpretiert
Und genau hier kann der E-Trainer nach meiner Erfahrung profitieren.

  1. Oft haben wir es mit erwachsenen Lernenden zu tun und diese bevorzugen die Begleitung im Lernprozess und nicht ein aufdoktrieren!
  2. Im Webinar/virtuellen Raum entstehen schnell einmal Missverständnisse. Dies ja auch, weil die computervermittelte Kommunikation immer wieder einschränkt (z. B. nicht vorhandene Körpersprache). Rein textbasierte Anmerkungen (z. B. im Textchat) werden vom Lesenden fast schon automatisch im Kopf interpretiert - und schon sind zwei Bilder in zwei Köpfen.
In solchen Fällen, wie den genannten, helfen Coachingtechniken.
Der E-Trainer kann sich mit Coaching-Kenntnissen:
  • bewusst machen, dass er ggf. gerade interpretiert,
  • nachfragen,
  • deutlich machen, welche Varianten auch gelesen/verstanden werden können und
  • klären.
Fragetechniken (offene Fragen, Kontrollfragen, Alternativfragen usw.) und Fragearten (Zirkuläre Fragen, Wunderfragen, Kochtopffragen usw.) können hier unterstützen.

Die Teilnehmer/innen des o. g. Austausches resümierten, dass:
  • sie vermutlich tatsächlich öfter coachen, ohne es bisher bewusst getan zu haben,
  • Coaching-Techniken gerade zum Ausgleich der fehlenden Körpersprache wichtige sprachliche Möglichkeiten öffnen um mit Teilnehmern in Kontakt zu kommen,
  • es oft schwierig ist als E-Trainer zu realisieren, ob man nun trainiert, doziert oder coacht, aber
  • eine Rollenklärung - sowohl für sich selbst, als auch für die Teilnehmer - wichtig wäre.

Und dem kann ich mich nur anschließen.

Wie denken Sie darüber?

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche.

Herzliche Grüße
Anja Röck


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