Mittwoch, 24. Januar 2018

Design-Thinking & E-Learning Innovationen

Neu, anders-denkend, über den "Tellerrand blickend", vielleicht sogar Spaß-habend und für den Anwender in der Praxis einsetzbar.

So könnte man Design-Thinking versuchen mit ein paar Worten zu beschreiben.



Mit einem weiteren D-Beitrag zur Blogparade "E-Learning A B C" möchte ich einen genaueren Blick auf das Design-Thinking in Verbindung mit E-Learning Innovationen werfen.


Design-Thinking-Kultur


Über diesen Begriff bin ich in einem Kapitel des Buches "Verhandlungs-Tools - Effiziente Verhandlungstechniken im Business-Alltag" von Peter Knapp (Hrsg.) gestolpert.

Also eigentlich war ich ja auf der Suche und gedanklich ganz wo anders - und trotzdem hat sich in meinem Kopf eine Verknüpfung dieser Verhandlungs- und Kreativitätstechnik in Verbindung mit der Entwicklung von E-Learning Szenarien ergeben.

Was genau ist denn nun Design-Thinking?!


"Design Thinking ist ein Konzept zur kreativen Problemlösung von David Kelley, Terry Winograd und Larry Leifer von der Stanford University. Der Grundgedanke des Design Thinking ist der, das insbesondere interdisziplinäre Teams echte, herausragende Innovationen erschaffen können. Der Design Thinking Process zielt darauf ab, möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven hinsichtlich einer Problemstellung zusammenzubringen." (https://kreativitätstechniken.info/kreativitaetsframeworks/design-thinking/, Link 16.01.18)

Im o.g. Buch ist im Beitrag von Barbara Walder (auf S. 227) zu lesen: "Ein Design-Thinking-Prozess eignet sich, um komplexe Probleme zu lösen, vor allem, wenn die Beteiligten dabei neue, vielleicht zuvor unerwartete oder undenkbare Wege gehen wollen. Das Verfahren ist insbesondere für solche Verhandlungen förderlich, in denen komplexe Fragestellungen mit vielen Einflussfaktoren behandelt werden."

Design-Thinkung & neue E-Learning Wege


Den Prozess des Design-Thinking beschreibt Barbara Walder mit folgenden Schritten (S. 228 ff):
  • Schritt 1 Problemdefinition und Re-Definition
  • Schritt 2 Need Finding und Synthese
  • Schritt 3 Ideengenerierung
  • Schritt 4 Prototyping und Storytelling
  • Schritt 5 Testen

Schauen wir uns dieses Denken doch mal mit einem konkreten E-Learning Thema an.

Stellen Sie sich vor Sie haben Seminare zu halten bei welchen Ihr Auftraggeber Wert darauf legt, dass Ihr deutscher Input simultan übersetzt wird. Bei Ihren Präsenz-Seminaren sind also mindestens ein, oder mehr Dolmetscher vorhanden, welche alles in weitere Sprachen übersetzen.

Weiter stellen wir uns vor, dass einige der Seminare nun online über virtuelle Räume abgebildet werden sollen. Wie könnte dies nun gehen?
Im Augenblick gibt es nur einen Audiokanal - also kann entweder der deutsche Trainer etwas sagen - oder eben der Dolmetscher.
Würde es nacheinander stattfinden, dann wäre der notwendige Zeitfaktor immens. Dies kann also nicht die Lösung sein.

Steigen wir nun einmal theoretisch in den Design-Thinking Prozess ein...

Schritt 1 Problemdefinition und Re-Definition


Aus der Annahmen, dass alle Seminare bisher simultan übersetzt wurden ergab sich die Forderung, dass auch Online Veranstaltungen simultan übersetzt werden müssen.
Doch "warum" muss auch online eine Simultanübersetzung vorhanden sein?

Schritt 2 Need Finding und Synthese


Ist es tatsächlich erforderlich alle Online Teilnehmer zum gleichen Zeitpunkt im Online Seminar zu haben? Ist dies nicht sowieso aufgrund z.B. unterschiedlicher Zeitzonen schwierig?
Und - haben ggf. die unterschiedlichen Märkte auch andere Schwerpunkte, die in einer gemeinsamen Veranstaltung schwierig zusammen diskutiert und bearbeitet werden könnnen? ...

Schritt 3 Ideengenerierung


Überlegung - könnte die Online Veranstaltung zuerst in einer Sprache stattfinden und aufgezeichnet werden... und anschließend die Aufzeichnung durch einen Dolmetscher nachvertont?

Die anders-sprachlichen Teilnehmer sehen sich dann die Aufzeichnung an und können im Nachgang dem Trainer (mit Hilfe des Dolmetschers) Fragen stellen und sich austauschen. ...



Schritt 4 Prototyping und Storytelling


Nun gilt es im jeweiligen Unternehmen möglichst viele kleine Beispiele zu finden um diese Idee zu testen. Barbara Walder beschreibt dies mit "möglichst viele Prototypen bzw. ihre schnelle Erstellung helfen, offen zu bleiben, denn eine Spielregel heißt - lerne früh und mache viele Fehler." (S. 231)

Schritt 5 Testen


"... und so schnell sie erstellt sind, so schnell werden sie auch wieder verworfen, wenn eine Idee beim Nutzer durchfällt. ... und es werden so lange Prototypen erstellt, bis eine Idee überzeugt" (S. 232).


Design-Thinking & E-Learning Innovationen


Im Resümee zum Design Thinking also "dort nach Lösungen zu suchen, wo bisher nicht gesucht wurde bzw. das "Was" und "Wie durch ein klares "Warum" zu ersetzen." (S. 227)

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Ich vermute dass dieses Buch bzw. dieser Beitrag gar nicht unbedingt dafür gedacht war auch über solche Themen oder in der Art, wie das von mir ausgeführt wurde, nachzudenken.

Doch Sie kennen mich und meine Art Bücher zu nutzen ja bereits von anderen Rezensionen.


Grundsätzlich hat mich das Buch "Verhandlungs-Tools" von Peter Knapp (Hrsg) neugierig gemacht mit der Beschreibung "53 Tools und Methoden für ein effizientes Verhandeln".

Als Freelancer bin ich immer auf der Suche nach Ideen und Inspiration.

"Das Buch ist für alle Menschen Geschrieben, die in ihrer Tätigkeit, ihrem Beruf oder im Privatleben mit Verhandlungen konfrontiert sind. ... sowohl an Verhandlungsprofis als auch an "Alltagsverhandler" und Laien. ... Die Autoren ... sind erfahrene Trainer, Rechtsanwälte, Berater, aber auch Firmenchefs und Führungskräfte."


Das Buch gliedert sich in neun Kapitel, die als die Phasen einer Verhandlung gesehen werden.

Also:
  • Die Verhandlung vorbereiten
  • Kontakt herstellen und Rahmenbedingungen klären
  • Verhandlungsziele und Verhandlungsthemen bestimmen
  • Informationsaustausch - Interessen und Motive herausarbeiten
  • Optionen erarbeiten
  • Objektive Kriterien heranziehen - Legitimität
  • Ergebnisse sichern und Verpflichtungen festhalten
  • Rückschau auf die Verhandlung vornehmen
  • Die Verhandlung nachbereiten

In jedem Kapitel (jede Phase) sind dann mindestens vier und bis zu neun Artikel/Tools zu finden. Diese erläutern mit einer Kurzbeschreibung, formulieren Anwendungsbereiche und Zielsetzung und beschreiben dann den Ansatz im Detail.

Alle Tools sind außerdem in einer Übersichtsmatrix zusammengefasst, die noch einmal veranschaulicht, ob sich ein bestimmtes Tool auch für andere Verhandlungsphasen anbietet.

Peter Knapp schließt sein Vorwort mit den Worten "... möchte ich die Freude an Verhandlungen wecken oder vergrößern" - und das ist ihm bei mir bereits mit dem Artikel, den ich im obigen Beitrag näher beschrieben habe, gelungen.

Interessante Begriffe wie z.B. NEGO-Strategie, die Suche nach der "grünen Klammer" und M.O.O.N.-Stepping mit Che Guevara ... halten mein Interesse auf jeden Fall wach.

Ich bin gespannt was es noch alles zu entdecken gibt.

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Ich wünsche Ihnen eine gute Woche.

Herzliche Grüße
Anja Röck

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