Dienstag, 4. Oktober 2016

Keine Zeit für die eigene Weiterbildung!

Genug Lorbeeren eingesammelt?
Genug Aufträge?
Zu viel zu tun?

Wenn schon Zeit, dann lieber Freizeit oder kreativ für die nächsten Kundenangebote?

Oder warum haben (E)-Trainer und Coachs so wenig Zeit für die eigene Weiterbildung?


Immer wieder kommen bei mir ganz dringende Anfragen an: "Ich bin Trainer und möchte die Weiterbildung zum E-Trainer machen - wann startet ihr nächster Kurs?"

Leider haben ja nun Kursplanungen die Angewohnheit irgendwie sehr selten genau richtig zu solchen Anfragen zu passen.

Wann passt der Weiterbildungstermin zum Bedarf des (E)-Trainer und Coach?


Gute Frage, denn - uns so leider auch meine Erfahrungen - selbst wenn man es noch so versucht, es passend zu machen, dann geht es doch wieder nicht...
"Frau Röck, das tut mir echt leid, aber nun kann ich nicht - da kam eine Kundenanfrage ..."

Klar ist es verständlich, wenn aus solchem Grund die Prioritäten verändert werden - und doch ...

Warum fällt es (E)-Trainer und Coachs so schwer Zeit für die eigene Weiterbildung:
  • einzuplanen?
  • zu finden?
  • tatsächliche durchzuführen?
Nach meiner eigenen Erfahrung und ich hatte dazu auch ein paar Gespräche mit KollegenInnen, ist es wohl doch mehr ...

Gründe, warum die Zeit für die eigene Weiterbildung für (E)-Trainer und Coachs oft so eng ist!

  1. "Wo finde ich als (relativ) erfahrender (E)-Trainer und Coach noch Angebote, die mich tatsächlich weiterbringen?"
    Bei dieser Frage geht es nicht darum als Erfahrener die "Nase hoch zu tragen", sondern darum, dass eher der Austausch auf Augenhöhe gesucht wird. Also kein Input bei A, sondern als-Gleicher-unter-Gleichen, im Gespräch, mit Impulsen und Diskussionen und mit der Möglichkeit an eigene Dinge anzuknüpfen ...
  2. "Warum gibt es keine Angebote in meinen "Sauren-Gurken-Zeiten"?"
    Gute Frage - gibt es solche Zeiten denn tatsächlich noch? In meinen Anfängen als Selbstständige habe ich die Handwerkerferien und das Sommerloch noch bewusst wahrgenommen ... doch heute empfinde ich es als fließend. Ggf. liegt dies natürlich daran welche Kunden man hat, wann diese Urlaubszeiten haben und wie deren Planungen vorgesehen sind...
    Und doch meine eine Kollegin, dass sie am liebsten Angebote im Sommer wahrnehmen würde.
  3. "Die ganzen Zeiten in welchen ich erreichbar sein muss ... da ist es wichtig die "Pausen" auch als solche für die Erholung zu nutzen und nicht auch noch voll zu packen!"
    Dieses Argument kann ich persönlich gut nachvollziehen, denn z. B. sind mir meine Wochenenden "heilig" - ich bin nicht erreichbar! Pause, Luft-holen, Auszeit und andere Perspektiven. 
Und doch lässt mich die Frage nicht los ... und vor allem die Suche nach den passenden Antworten für mich selbst...

Weiterbildung - eine Frage der Perspektive?!

Vielleicht hilft es schon im ersten Schritt zu fragen, was denn Weiterbildung ist?
Muss es das Seminar/Webinar, der Kurs sein?

Ich lese beispielsweise regelmäßig drei Fachzeitschriften - und das braucht auch Zeit! Und genau diese Zeit - und dass muss ich mir innerlich wirklich bewusst machen - ist Arbeits- und Weiterbildungszeit.

Auch wenn ich einen neuen  Kurs entwickle und dazu recherchiere, mich vertieft in Themen einlese, neue Abläufe entwickle, mich weiter einlese, weiter entwickle - das ist doch auch Weiterbildung, oder?!

Eine Idee, die ich während ich dies hier schreibe gerade habe ... wenn ich mal einen Kurs oder eine Veranstaltung besuche, die absolut gar nichts thematisch mit meiner Arbeit zu tun habe - und auf einmal eine Idee für z. B. einen Kurs o. ä. habe. Ist das dann auch Weiterbildung?

Bevor ich jetzt völlig in der Philosophie abtauche ... lasse ich es nun einfach mal gut sein...

Wie sehe Sie das? Was ist für Sie Weiterbildung? Wie machen Sie das?

Herzliche Grüße und eine gute Woche
Anja Röck

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