Mittwoch, 24. Oktober 2018

Gute Webinare zielgerichtet entwickeln (3)

Notwendige Inhalte für ein zielgerichtetes Webinar und "wer braucht wie viel Wissen"?

Noch immer bin ich am Buch "Trainingsdesign" von Anna Langheiter dran...

Und heute betrachte ich die Fragestellung: "Wie viel Wissen benötigt der Teilnehmer, der Trainer und der Trainingdesigner?" - um ein gutes Webinar zu erstellen?


Ich weiß nicht so ganz ob ich mit Anna Langheiter bei diesem Thema, und insbesondere bei der Entwicklung von Webinaren, wirklich übereinstimme, denn sie sagt, dass "der Trainingdesigner ... zu Beginn gar nichts oder nicht viel zum Thema wissen muss."

Doch fangen wir am Anfang an...

Das "anwenden können"-Wissen für Teilnehmer im Webinar


Anna Langheiter führt hierzu aus, dass "der Teilnehmer [im Training/Seminare bzw. Webinar] ... das Wissen bekommen [muss], das ihm hilft, das Gelernte nach dem Training anwenden zu können.

Da stimme ich aus voller Überzeugung zu.
Wobei das "anwenden können" bestimmt oft "der Faktor" sein könnte. Denn wie viele Trainings und Seminare kennen auch Sie, bei welchen es zwar um "Inhalte vermittelt bekommen, (er-)kennen und vielleicht sogar "wissen" geht - aber eben nicht um "anwenden können".

Der Faktor Zeit beim "anwenden können"


Allein die Zeit für das "anwenden können" in Präsenzseminaren einzuplanen ist schon eine Herausforderung. Im Webinar ist dieses Zeitfenster meist noch wesentlich enger.

Der Faktor Praxis beim "anwenden können"


Geht es dann gegebenenfalls noch um ein sehr praxisorientiertes Thema, dann ist hier auch die Frage, wie viel davon auch über E-Learning und ein Webinar umsetzbar ist.
Angelehnt an die Worte von Vera Birkenbihl "Pfannkuchen backen, geht nur in der Praxis."

Damit sind dies schon zwei Faktoren in Bezug auf Webinare, die es beim "Wissen, dass Teilnehmer hinterher anwenden können" besonders zu beachten gilt.

Notwendiges Wissen für den E-Trainer


Der Anspruch von Anna Langheiter lautet hier, dass "der Trainer ... so viel mehr Wissen haben [sollte], dass er 95% der Teilnehmerfragen beantworten kann ... und mit den restlichen 5% gut umgehen..."

Über das Fachwissen des E-Trainers als solches will ich hier gar nichts sagen, denn das Vorhandensein desselben sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Doch wie steht es damit tatsächlich beurteilen zu können, welcher Teil des Fachwissens, sich über ein Webinar (und dann noch die Frage lieber im 2D oder im 3D Raum???!!!) umsetzen lässt?!

Wie ist es mit der E-Didaktik, also Themen im virtuellen Raum so mit den Teilnehmern behandeln zu können, dass diese auch erfassen können worum es geht?!

Und was ist mit einem "Plan B", wenn das Vorhaben des E-Trainers im genutzten virtuellen Webinarraum, aufgrund nicht-vorhandener Tools auf einmal nicht geht?!

Sie merken es ... da sind im Webinar doch noch ein paar mehr Punkte von Trainerseite zu leisten...

Kommen wir nun auf meinen ursprünglichen Einwand zurück...

Notwendiges Wissen für den E-Trainingdesigner


Die Aussage von Anna Langheiter war: "der Trainingdesigner muss zu Beginn gar nichts oder nicht viel zum Thema wissen."

Grundsätzlich um ein Seminar/Training (in Präsenz) oder auch ein Webinar (online) aufzubauen benötigt der (E-)Trainingdesigner einen Prozess.

Jedoch beinhaltet dieser für den E-Trainingdesigner bestimmte technische Punkte, die ein Präsenz-Trainingdesigner vermutlich nicht beachten muss.

Da ist z.B.
  • Was bietet der Webinarraum an Interaktionsmöglichkeiten an?
  • Wie interaktiv können/sollen/müssen die Teilnehmer sein?
  • Wie viel Vorerfahrung in Webinaren haben die Teilnehmer und wie müssen sie gegebenenfalls angeleitet werden um überhaupt aktiv sein zu können/wollen?
  • Welche technischen Voraussetzungen sind wesentliche? Für die Inhalte (z.B. ein besonderes Programm)? Für den E-Trainer (z.B. für die Kompetenzen)? Für die Teilnehmer (z.B. damit diese überhaupt teilnehmen können)?

All dies gehört auch meiner Sicht zur Aufgabe eines E-Trainigdesigners bzw. Webinardesigners.

Damit kann ich zwar Anna Langheiter zustimmen, dass der Trainingdesigner zum Thema nicht die tiefgründigsten Vorkenntnisse besitzen muss. Doch sollte es schon über "die Neugier" hinaus gehen.

Webinardesigner müssen auch Kenntnisse, bestenfalls Erfahrungen, über Webinartechnik und E-Didaktik haben!

Sonst klappt es nicht so richtig ... und wieder nur eine Präsenzveranstaltung im virtuellen Raum.

In diesem Sinne - auf gute Webinare durch professionelle Webinardesigner!

Herzliche Grüße und eine gute restliche Woche
Anja Röck

*******************
Weitere Aspekte:
Gute Webinare zielgerichtet entwickeln (1)
Gute Webinare zielgerichtet entwickeln (2)


Keine Kommentare:

Kommentar posten